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Delir

Ein Delir ist ein Syndrom, bei dem gleichzeitig das Bewusstsein, die Wahrnehmung, das Denken, das Gedächtnis, die Psychomotorik, die Emotionalität und der Schlaf-Wach-Rhythmus gestört ist. Ein deliranter Zustand kann verschiedene Ursachen haben und tritt am häufigsten jenseits des 60. Lebensjahres auf.

Demenz

Merkmale

Das Hauptmerkmal einer Demenz ist die Entwicklung unterschiedlicher kognitiver Defizite. Die Beeinträchtigungen betreffen neben der Gedächtnisstörung auch andere Bereiche, wie das Denken, die Orientierung, die Sprache (Aphasie), das Urteilsvermögen, die Lernfähigkeit, das Rechnen, die Ausführung zielgerichteter motorischer Bewegungen (Apraxie), eine Unfähigkeit Dinge wiederzuerkennen (Agnosie) sowie die exekutiven Funktionen, d.h. Planen, Organisieren oder Einhalten einer logischen Reihenfolge.

Gedächtnisstörung

Die Gedächtnisstörung betrifft charakteristischerweise die Aufnahme, das Speichern und die Wiedergabe neuer Informationen, also Funktionen des Kurzzeitgedächtnisses. In späteren Krankheitsstadien einer Demenz kann auch das Langzeitgedächtnis betroffen sein, was sich durch einen Verlust von früher gelerntem oder bekanntem Material zeigt. Die ersten auffälligen Anzeichen der Vergesslichkeit sind das Verlieren persönlicher Gegenstände, wie der Brieftasche, das Vergessen von Speisen auf dem Herd oder das Vergessen von Terminen und Verabredungen. Die Gedächtnisstörung kann so schwer sein, dass die von Demenz betroffene Person biographische Informationen, wie ihren Beruf, ihren Geburtstag oder sogar ihren eigenen Namen vergisst und sich nicht an Familienangehörige erinnern kann. Oftmals haben Betroffene Schwierigkeiten sich zu orientieren, in späteren Krankheitsstadien sogar in einer bekannten Umgebung, wie der eigenen Wohnung.

Sprache

Sprachliche Beeinträchtigungen können sich durch die Schwierigkeit zeigen, Personen oder Dinge zu benennen. Ebenso können Betroffene Probleme haben, gesprochene und geschriebene Sprache zu verstehen oder diese zu wiederholen. In späteren Stadien der Demenz kann Stummheit auftreten oder ein Sprachmuster, bei dem Betroffene nur das nachsprechen, was sie hören (Echolalie) oder einzelne Wörter oder Klänge ständig wiederholen (Palilalie).

Motorik

Eine Apraxie (also die beeinträchtigte Fähigkeit zielgerichtete motorische Fähigkeiten auszuführen, obwohl die Motorik, Sensorik und das Aufgabenverständnis nicht gestört sind) kann sich beispielsweise beim Haarekämmen, Kochen oder Anziehen zeigen.

Urteilsvermögen

Die Beeinträchtigung des Urteilsvermögens und der Einsichtsfähigkeit kann sich darin äußern, dass Betroffene beispielsweise unpassende Kleidung anziehen (z.B.Wintermantel im Sommer), völlig unrealistische und angesichts ihrer Prognose inadäquate Pläne schmieden (z.B. neue Geschäftsideen) oder Risiken (z.B. Autofahren) unterschätzen. Die Verschlechterung der Lernfähigkeit zeigt sich beispielsweise im Unvermögen neue Dinge wie ein Spiel oder eine Sprache zu lernen. Probleme beim Rechnen zeigen sich im Alltag beim Einkaufen oder beim Prüfen von Rechnungen. Auch die Entwicklung einer Agnosie (eingeschränkte Fähigkeit Objekte zu identifizieren, obwohl die Sensorik nicht gestört ist) ist bei einer Demenz häufig und äußert sich dadurch, dass Betroffene irgendwann selbst bekannte, alltägliche Gegenstände wie einen Stuhl oder Besteck nicht wiedererkennen. In späten Krankheitsstadien können sogar Familienmitglieder oder das eigene Spiegelbild nicht mehr erkannt werden.

Exekutivfunktionen

Auch das Erkennen von Gegenständen durch Berührung oder Ertasten (z.B. Schlüssel) kann gestört sein, obwohl die taktile Reizverarbeitung an sich nicht gestört ist. Die Exekutivfunktionen umfassen höhere kognitive Denkprozesse, wie das Setzen von Zielen, die Entscheidung für Prioritäten, die Impulskontrolle, die Aufmerksamkeitssteuerung sowie das Planen, Beginnen, Fortführen, Kontrollieren und die Unterbrechung von zielgerichteten Handlungen. Betroffene haben Probleme damit, komplexe Aufgaben oder Handlungen zu bewältigen, den geistigen Bezugspunkt zu wechseln oder Bewegungen in einer festgelegten Reihenfolge auszuführen.

Persönlichkeit

Neben der Beeinträchtigung der kognitiven Funktionen zeigen von Demenz betroffene Personen meist Veränderungen ihrer Persönlichkeit und im emotionalen und sozialen Bereich. So kann eine reduzierte Motivation, enthemmtes oder aggressives Verhalten, Vernachlässigung der Körperpflege, sozial unangepasstes Verhalten, sozialer Rückzug und Desinteresse auftreten. Daneben kommt es zu Schwierigkeiten die persönlichen alltäglichen Anforderungen, wie Waschen, Ankleiden, Kochen, Essen, persönliche Hygiene und Benutzung der Toilette, zu erfüllen.

Eine Demenz tritt häufig in Kombination mit Angststörungen, affektiven Störungen oder Schlafstörungen auf. Nicht selten treten Wahnvorstellungen (besonders Verfolgungswahn) und Halluzinationen (besonders optische Halluzinationen) auf. Bei der Demenz finden sich keine qualitativen Bewusstseinsstörungen (der Betroffene ist also bei vollem Bewusstsein), es sei denn ein Delir überlagert die dementielle Erkrankung – was häufig der Fall ist. Eine Demenzerkrankung erhöht darüber hinaus die Empfindlichkeit auf körperliche und psychosoziale Belastungen (z.B. Operation oder Einweisung ins Krankenhaus).

Verlauf

Der Begriff Demenz impliziert einen fortschreitenden, irreversiblen Verlauf, sie kann jedoch auch in einem bestimmten Stadium stehenbleiben oder zurückgehen. Der Beginn und der Verlauf einer Demenz hängen von der ursächlichen Erkrankung und einer rechtzeitigen Behandlung ab. Wie schwer Betroffene im Alltag beeinträchtigt sind hängt zudem, neben dem Ausmaß der kognitiven Störungen, maßgeblich von der sozialen Unterstützung ab. In späteren Krankheitsstadien besteht meist eine starke Pflegebedürftigkeit.

Zahlen

Studien zur Prävalenz der Demenz in Deutschland und anderen Industrienationen fanden Zahlen zwischen 6% und knapp 9% der über 65-Jährigen. Davon leiden zwei Drittel an einer Demenz des Alzheimer-Typus, gefolgt von der vaskulären Demenz. Nicht selten treten beide Krankheitsfaktoren gemeinsam auf. Unter 65 Jahren sind nur 3% an einer Demenz erkrankt, während die Häufigkeit bei den über 90-Jährigen auf über 30% ansteigt.

Subtypen der Demenz

Eine Demenz kann verschiedene medizinische Krankheitsfaktoren als Ursache haben:

Therapie

Die Therapie der Demenz sollte aus einer Kombination aus medikamentöser und nicht medikamentöser Behandlung bestehen.

Wichtige Grundsätze der nichtmedikamentösen Behandlung sind die geistige und körperliche Forderung der Patienten und ein verständnis- und respektvoller Umgang mit den Kranken. Ziel der Forderung (nicht Überforderung!) ist es, die Selbstständigkeit des Patienten so lange wie möglich zu erhalten. Um die Beweglichkeit zu fördern, hat sich leichtes Bewegungstraining als günstig erwiesen. Genauso können Aktivitäten wie Wandern, Spazierengehen, Schwimmen, Tanzen oder fernöstliche Methoden wie Qigong oder Tai Chi förderlich sein. Der geistige Abbau kann z.B. durch Lesen oder Gespräche verzögert werden. Der an Demenz Erkrankte sollte so lange wie möglich in das alltägliche Leben und Entscheidungen miteinbezogen werden.

Bei voranschreitender Beeinträchtigung im kognitiven Bereich und Veränderung der Persönlichkeit ist es besonders wichtig respektvoll und wertschätzend mit dem Erkrankten umzugehen, auch wenn es manchmal schwer fällt. Demenzkranke brauchen viel emotionale Zuwendung, Sicherheit und Stabilität, da der Abbauprozess für die Betroffenen sehr beängstigend und verunsichernd sein kann.

Die Validationsmethode nach Feil hat sich als sehr günstig im Umgang mit an Demenz Erkrankten erwiesen. Die Methode zielt darauf ab, dass man als Pflegender die Realität des Erkrankten annimmt, auch wenn es manchmal schwer fällt, bestimmte Verhaltensweisen oder Reaktionsweisen nachzuvollziehen. Die Methode vermittelt, dass die Gefühle und das Verhalten des Kranken „für gültig erklärt“ und wertgeschätzt werden sollen.

Hilfe

Therapeutensuche

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Hilfsorganisationen

Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft und ihre Mitgliedsgesellschaften helfen Demenzkranken und ihren Angehörigen.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ist Träger der Allianz für Menschen mit Demenz. Dort finden sich weitere Angebote und Informationen für Betroffene.

Die Bayerische Demenzstrategie bietet neben guten Informationen auch konkrete Anleitungen zur Hilfe und zur Verbesserung der Lebensqualität von Betroffenen und Angehörigen.

psycheplus Premiumtest

Wenn Sie typische Symptome der Demenz bei sich oder Ihnen nahestehenden Personen wiedererkennen, können Sie sich bei psycheplus Gewissheit verschaffen. Der psycheplus Premiumtest kann anonym und ohne Vorwissen durchgeführt werden und entspricht höchsten wissenschaftlichen Standards. Mit seiner Hilfe können Sie herausfinden, ob möglicherweise eine Tendenz oder ein Verdacht auf eine Demenz vorliegt und wie Sie mit den psycheplus Selbsthilfetipps aktiv gegensteuern können. Erfahren Sie hier mehr über den psycheplus Premiumtest.

Weiterführende Links

Die MAKS – Therapie: Therapie bei Menschen mit Demenz im Pflegeheim

Bayerische Demenzstrategie

Stern: Demenz ist keine Krankheit

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Depersonalisation

Die Depersonalisation bezeichnet einen psychischen Zustand bzw. eine bestimmte Form von psychischer Störung, bei dem eine Veränderung der Persönlichkeit erlebt wird. Betroffene empfinden ihre eigenen Gefühle, ihren Körper, ihre Wahrnehmungen, ihre Erinnerung, ihr Denken und Handeln als fremd, losgelöst, verloren und fern.

Dies tritt z.B. bei der Borderline-Störung auf.

Interessante Links

ze.tt: Wenn du plötzlich nicht mehr du selbst bist, weil du gekifft hast

 

Depression

Merkmale der Depression

Personen, die an einer Major Depression leiden, zeigen über mindestens zwei Wochen lang an fast allen Tagen und über die meiste Zeit des Tages hinweg eine depressive, niedergeschlagene Stimmung und Interessenlosigkeit. Außenstehende können ihnen ansehen, dass sie traurig, hoffnungslos und deprimiert sind. Häufig kann es auch zu einer erhöhten Reizbarkeit, in Form von Jähzorn, Ärger, Schuldzuweisungen und einer niedrigen Frustrationstoleranz kommen. Betroffene verlieren die Freude an ihren Hobbys, oder anderen Aktivitäten, die sie früher gerne gemacht haben. Sie ziehen sich aufgrund der Depression sozial zurück und ihr Interesse an sexuellen Tätigkeiten oder Fantasien schwindet immer mehr.

Essverhalten

Zusätzlich können sich Auffälligkeiten im Appetit und Gewicht manifestieren. Depressive Personen müssen sich entweder regelrecht dazu zwingen etwas zu essen oder sie können einem Heißhunger auf Süßigkeiten oder anderen Nahrungsmitteln unmöglich wiederstehen. Nachts neigen Depressive dazu aufzuwachen und nicht mehr einschlafen zu können oder sie wachen morgens schon Stunden vor ihrer normalen Aufwachzeit auf. Eher selten zeigt sich das Bild einer Hypersomnie.

Unruhe

Des Weiteren fällt bei depressiven Personen auf, dass sie kaum in der Lage sind still zu sitzen. Sie gehen unentwegt auf und ab, reiben oder zupfen an der Haut, an ihrer Kleidung oder an anderen Gegenständen. Andererseits kann sich aber auch eine psychomotorische Verlangsamung ausbilden. So erscheinen Betroffene äußerst gehemmt beim Sprechen, beim Denken und in ihren Bewegungen. Antworten brauchen länger und die Sprache ist leise, monoton und mit wenig Abwechslung. Personen mit einer Depression haben Probleme sich zu konzentrieren, tun sich schwer Entscheidungen zu treffen, wirken eher zerstreut und klagen über Gedächtnisschwierigkeiten. Typischerweise fühlen sich Personen mit einer Major Depression selbst nach kleinsten Aufgaben übermäßig erschöpft. Sie brauchen länger, um etwas zu erledigen und schaffen es dabei kaum, die Aufgaben ordnungsgemäß auszuführen. Für das tägliche Waschen und Anziehen brauchen sie meist doppelt so lang wie normal.

Selbstwertgefühl

Zudem plagen sie Gefühle der eigenen Wertlosigkeit und Schuld. Sie machen sich Vorwürfe wegen kleinen Fehlern oder Ereignissen in der Vergangenheit. Nicht selten kommt es bei einer Depression zu immer wieder auftretenden Gedanken an den Tod bzw. Versuchen sich das Leben zu nehmen. Betroffene sind dann der Meinung, dass der eigene Tod für die Mitmenschen eine Erleichterung und für sie selbst eine Erlösung, von einem endlos andauernd wahrgenommenen schmerzhaften Gefühlszustand, wäre.

Damit von einer depressiven Störung gesprochen werden kann, müssen die Betroffenen massiv unter den Symptomen leiden oder in ihren sozialen, beruflichen oder anderweitigen Funktionsbereichen deutlich eingeschränkt werden. So kann es zu einem Verlust des Arbeitsplatzes, Problemen in engen Beziehungen und Partnerschaften (Scheidung), sexuellen Problemen oder einem Missbrauch von Alkohol oder anderen Substanzen kommen. Personen mit einer Major Depression klagen häufig über Kopf-, Gelenk-, Bauch- oder andere Schmerzen und können Panikattacken ausbilden. Bei schweren Formen einer depressiven Störung schaffen es betroffene Personen nicht, sich selbst zu versorgen oder eine minimale persönliche Hygiene beizubehalten.

Andere Störungen

Die Major Depression tritt häufig zusammen mit anderen psychischen Störungen auf, so z.B. mit substanzinduzierten Störungen, einer Panikstörung, einer Zwangsstörung, einer Anorexia Nervosa, einer Bulimia Nervosa oder einer Borderline Persönlichkeitsstörung.

Bei der dysthymen Störung liegt eine chronisch depressive Verstimmung für mindestens zwei Jahre an den meisten Tagen vor. Betroffene beschreiben ihre Stimmung als traurig oder niedergeschlagen. Außerdem leiden sie an vermindertem Appetit oder übermäßigem Essensdrang, Schlaflosigkeit oder verstärktes Bedürfnis nach Schlaf, einem Energiemangel oder Erschöpfung, einem erniedrigten Selbstwertgefühl, Schwierigkeiten sich zu konzentrieren und zu entscheiden oder dem Gefühl der Hoffnungslosigkeit. Das Störungsbild der Dysthymie kann in Verbindung mit der Borderline, der histrionischen, der narzisstischen, der ängstlich-vermeidende  und der abhängigen Persönlichkeitsstörung oder auch mit einer Substanzabhängigkeit auftreten.

Verlauf

In der Regel entwickeln sich die Symptome einer Major Depression über einige Tage oder Wochen. Manche Personen zeigen einen schleichenden Beginn innerhalb von einigen Wochen oder Monaten – die sogenannte Prodromalphase – in der die Symptome nur in leichter Ausprägung vorhanden sind. In der Mehrzahl der Fälle gehen die depressiven Symptome vollständig zurück. Bei ungefähr 20 bis 30% halten sich ein paar Restsymptome über Monate oder Jahre hinweg.

Im Verlauf eines Lebens können nur eine einzige (welche generell um die 4 Monate oder länger andauert) oder mehrere Episoden einer Major Depression vorkommen. 5 bis 10% der Betroffenen zeigen einen chronischen Verlauf. Manche zeigen vereinzelte depressive Episoden mit jahrelangen Intervallen ohne Symptome, andere entwickeln mit zunehmendem Alter häufigere Episoden und kürzere Intervalle ohne Symptome. Dabei gilt eine Episode der Major Depression als abgeschlossen, wenn der Betroffene innerhalb von mindestens zwei Monaten symptomfrei ist.

Haben Menschen eine einzelne Episode einer Major Depression durchlebt, dann besteht eine 60%ige Wahrscheinlichkeit, dass sie an einer weiteren Episode erkranken. Nach zwei depressiven Episoden erhöht sich die Wahrscheinlichkeit einer dritten auf 70%, bei drei auf 90%. Bei ungefähr 5-10% der Betroffenen tritt nach einer einzelnen Episode einer Major Depression anschließend eine manische Episode (Manie) auf.

Eine Major Depression ist in jedem Alter möglich. Das durchschnittliche Ersterkrankungsalter liegt jedoch zwischen dem zwanzigsten und dreißigsten Lebensjahr. In den letzten Jahrzehnten zeigt sich der Beginn einer Major Depression immer früher. Personen mit einer Major Depression sind unter anderem suizidgefährdet. Bis zu 15% der Betroffenen nehmen sich das Leben. In der Altersgruppe der über 55-Jährigen hat sich eine viermal so hohe Mortalitätsrate (Anzahl der Todesfälle im Verhältnis zur Bevölkerung) gezeigt.

Die dysthyme Störung zeigt oftmals einen frühen (d.h. in der Kindheit, in den Jugendjahren oder im frühen Erwachsenenalter), schleichenden Beginn und nimmt in der Regel einen chronischen Verlauf.

Zahlen

Die Wahrscheinlichkeit an einer Major Depression zu erkranken liegt bei Frauen aus der Allgemeinbevölkerung zwischen 10 und 25% und für Männer zwischen 5 und 12%. Zur Zeit leiden Schätzungen zufolge ca. 5-9% aller Frauen und 2-3% aller Männer an einer Depression. Die Prävalenzraten scheinen unabhängig von der ethnischen Herkunft, dem Bildungsgrad, dem Einkommen und dem Familienstand zu sein.

An einer dysthymen Störung leiden zwei bis dreimal mehr Frauen als Männer und die Lebenszeitprävalenz liegt bei ca. 6%. Im Moment leiden ca. 3% an einer Dysthymie. Frauen weisen gegenüber Männern ein deutlich höheres Risiko auf, irgendwann im Leben eine depressive Episode zu entwickeln. Einige berichten, dass sich die Symptome ein paar Tage vor der Menstruation verschlechtern. Depressive Episoden treten bei Frauen zweimal häufiger als bei Männern auf.

Subtypen

Für das Störungsbild der Depression werden keine Subtypen unterschieden.

Therapie

Depressionen sind häufig Gegenstand einer psychotherapeutischen Behandlung, da die affektive Störung nicht nur für sich alleine auftritt. Viele Menschen mit einer anderen psychischen Störung leiden zusätzlich an einer Depression.

Psychoanalytische Therapie

In der psychoanalytischen Therapie versucht der Therapeut den depressiven Klienten dabei zu unterstützen, unbewusste Trauererlebnisse über reale oder vorgestellte Verlusterlebnisse wieder bewusst zu machen und zu überwinden. Dabei sollen die Betroffenen auch ihre übermäßige Abhängigkeit von anderen Menschen ablegen. So kommen Methoden wie freie Assoziation, Traumdeutung, Aufdeckung von Widerständen und Übetragungsversuchen und das Wiedererleben von vergangenen Ereignissen und Gefühlen zum Einsatz.

Im Laufe der Therapie einer Depression soll der Klient dazu befähigt werden, allmählich unabhängiger von anderen zu sein, mit Verlusten besser umzugehen und sein Alltagsleben wieder meistern zu können. Diese Form der Therapie hat sich in der Forschung als eingeschränkt wirksam bei Depressionen erwiesen, da sich Patienten oft zu energielos fühlen, um sich am Therapiegeschehen aktiv zu beteiligen. Meist dauert ihnen das Verfahren auch zu lange, bis sich endlich eine Besserung der Symptome einstellt. Eine psychoanalytische Kurzzeittherapie hat sich für die Behandlung einer Depression als sinnvoller erwiesen.

Kognitive Verhaltenstherapie

Die kognitive Verhaltenstherapie hat sich als äußerst wirksam bei der Behandlung der Major Depression gezeigt. So versucht ein Ansatz nach Peter Lewinsohn die fehlende positive Verstärkung im Leben der Patienten wieder zurückzuerlangen. Bei der Behandlung werden die Personen mit einer Depression wieder mit Ereignissen und Aktivitäten vertraut gemacht, die sie einmal als angenehm empfanden. Sie werden systematisch für nicht-depressives Verhalten verstärkt bzw. belohnt und in ihren interpersonalen Fertigkeiten trainiert.

Bei der kognitiven Therapie der Depression nach Aaron Beck geht man davon aus, dass die affektive Störung das Ergebnis einer Kette kognitiver Fehler ist. Depressive Menschen neigen zu fehlangepassten Einstellungen, die zu einer negativen Sichtweise der eigenen Person, der Welt im Allgemeinen und der eigenen Zukunft führen. Die verzerrte Sichtweise manifestiert sich in anhaltenden negativen Gedanken, die das Bewusstsein überfluten und die depressiven Symptome hervorrufen. In der Therapie versucht der Therapeut gemeinsam mit dem Patienten, die dysfunktionalen Denkprozesse aufzudecken und zu verändern. Dadurch soll sich die Stimmung wieder aufhellen und das Verhalten normalisieren. Bei etwa 50 bis 60% der kognitiv behandelten Betroffenen gehen die depressiven Symptome vollständig zurück. Die Therapie wird auch als Gruppentherapie angewandt.

Seit den 1950er Jahren werden auch Antidepressiva erfolgreich bei der Behandlung der Depression eingesetzt.

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Herzlichen Dank und weiter eine gute Zeit für Sie!

Weiterführende Links

PZ online: Melancholie in der Medizin- und Kulturgeschichte

FAZ: Projekt Torchlight – Ein Heft als Lebensretter