Archive

Behaviorismus

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Behaviorismus von Wissenschaftlern in den USA begründet. Behavorismus ist eine Wissenschaftstheorie, die das klassische sichtbare Verhalten aufgrund des Reiz-Reaktionsmodells erklärt. Demnach erfolgt auf jeden empfangenen Reiz auch eine bestimmte Reaktion. Gefühle, Gedanken und Emotionen werden dabei nicht berücksichtigt, denn dem Behavorismus zufolge sind diese nicht als Teil der Psychologie anzusehen.

Binge-Eating-Störung (Fresssucht)

Merkmale

Bei Personen, die an einer Binge-Eating-Störung leiden, kommt es wiederholt zu Fressanfällen. Dabei wird innerhalb einer klar abgrenzbaren Zeitspanne eine Nahrungsmenge verzehrt, die deutlich größer ist als die Menge, die ein Mensch in vergleichbarer Zeit zu sich nehmen könnte. Die Betroffenen erleben dabei ein Gefühl, dass sie die Kontrolle verlieren das Essen einzuteilen bzw. damit aufzuhören. Die Essstörung verursacht deutliches Leiden, was in negativen Gefühlen während des Heißhungers und Sorgen über die Auswirkungen der Fressanfälle auf Gewicht und Figur in der Zukunft zum Ausdruck kommt. Durch die immer wiederkehrenden Essattacken nehmen die Betroffenen immer mehr an Gewicht zu, da sie keine gegensteuernden Maßnahmen anwenden, wie z.B. Sport, Erbrechen, Einnahme von Laxantien oder Medikamenten oder Fastenkuren.

Der Kontrollverlust zeigt sich bei der Binge-Eating-Störung charakteristischerweise im folgenden Verhalten:

  • Essen wird äußerst rasch und in großen Mengen zu sich genommen,
  • es wird so lange gegessen bis sich ein unangenehmes Völlegefühl einstellt,
  • es wird gegessen, auch wenn die Person nicht hungrig ist und
  • es wird hauptsächlich alleine gegessen, da die Person sich für die zugeführte Essensmenge schämt.

Nach der Essattacke fühlen sich Binge-Eater niedergeschlagen, schuldig und ekeln sich vor sich selbst. Häufig gehen den Essattacken eine niedergeschlagene Stimmung, wie Depression oder Angst voraus. Personen mit einer Binge-Eating-Störung berichten auch oft von einem Gefühl der Anspannung, welches sich durch das Essen wieder verringert. Manche essen nicht zu festen Zeiten, sondern über den ganzen Tag verteilt. Das krankhafte Essverhalten bzw. das Gewicht kann extreme Auswirkungen auf die sozialen Beziehungen, die Arbeit und die Selbstzufriedenheit haben. Betroffene können sich aufgrund der Essstörung selbst verabscheuen, sich vor ihrem Aussehen ekeln, in eine Depression oder Angststörung verfallen, somatische Beschwerden aufweisen und in zwischenmenschlichen Situationen äußerst sensibel reagieren.

Die Binge-Eating-Störung kann gemeinsam mit einer Depression, mit Störungen im Zusammenhang mit psychotropen Substanzen und Persönlichkeitsstörungen einhergehen.

Informationen zu den verschiedenen psychischen Erkrankungen finden Sie in der Wissensektion auf psycheplus.

Verlauf

Die Binge-Eating-Störung hat ihren Anfang häufig in den späten Jugendjahren bzw. der ersten Hälfte der Zwanziger. Oft haben Betroffene eine erfolgreiche Diät mit einem zufriedenstellenden Gewichtsverlust hinter sich oder bereits eine lange Geschichte immer wieder aufgenommener Diätversuche. Begeben sich Personen mit häufigen Essattacken in Behandlung, dann zeigen sie nicht selten einen chronischen Verlauf ihrer Störung.

Zahlen

In der Allgemeinbevölkerung wird die Prävalenzrate der Binge-Eating-Störung auf ca. 0,7 bis 4,0% geschätzt. Schaut man sich die Gesamtprävalenz in Therapieprogrammen für Essgestörte an, dann leiden zwischen 15 und 50% der Patienten (abhängig von den Einrichtungen) an Essattacken. Erhebungen zeigen, dass Frauen 1,5 mal häufiger vom charakteristischen Binge-Eating-Essmuster betroffen sind als Männer.

Subtypen

Für das Störungsbild der Binge-Eating-Störung werden keine Subtypen unterschieden.

Therapie

Bei der Behandlung der Essattacken bei der Binge-Eating-Störung werden zwei Ziele verfolgt. Zum einen soll das Essverhalten wieder normalisiert werden, zum anderen wird versucht die zugrunde liegenden psychischen Störungen aufzudecken und zu bearbeiten. Der Therapeut versucht auf vorhandene Selbstwertdefizite und zwischenmenschliche Probleme einzugehen und dem Patienten neue Bewältigungsstrategien an die Hand zu geben.

Da Personen mit Essattacken häufig zu einer gewissen Fettleibigkeit (Adipositas) neigen, können auch weitere körperliche Krankheiten vorliegen, wie z.B. Diabetes mellitus, Fettstoffwechsel-Störungen oder Bluthochdruck. Nicht selten birgt das Störungsbild Binge-Eating ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko. Eine Bewegungstherapie ist bei der Behandlung der Essstörung unabdingbar, um eine Gewichtsreduktion zu erreichen und beizubehalten.

Hilfe

psycheplus Premiumtest

Wenn Sie typische Symptome der Binge-Eating-Störung bei sich oder Ihnen nahestehenden Personen wiedererkennen, können Sie sich bei psycheplus Gewissheit verschaffen. Der psycheplus Premiumtest kann anonym und ohne Vorwissen durchgeführt werden und entspricht höchsten wissenschaftlichen Standards. Mit seiner Hilfe können Sie herausfinden, ob möglicherweise eine Tendenz oder ein Verdacht auf eine Binge-Eating-Störung vorliegt und wie Sie mit den psycheplus Selbsthilfetipps aktiv dagegen steuern können. Erfahren Sie hier mehr über den psycheplus Premiumtest.

Therapeutensuche

In unserer Datenbank finden Sie schnell einen Therapeuten in Ihrer Nähe. Rufen Sie einfach unsere Therapeutensuche auf!

Biofeedback

Biofeedback ist ein Verfahren bei dem körperliche Parameter wie Herzschlag, Atemfrequenz, Hauttemperatur etc. mit Elektroden gemessen und so sichtbar gemacht werden. Patienten können so Entspannung trainieren, indem sonst unbewusst ablaufende körperliche Vorgänge bewusst und erlebbar gemacht werden. Biofeedback wird zur Behandlung von Schmerzzuständen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Tinnitus uvm. angewandt.

Body Mass Index (BMI)

Der Body-Mass-Index (BMI) gibt das Verhältnis zwischen Körpergröße und Körpergewicht an. Die Formel zur Berechnung lautet: BMI = (Körpermasse in kg):(Körpergröße in Metern)². Personen mit einem BMI von 18,5 – 25 haben Normalgewicht. Werte die kleiner als 18,5 sind, deuten auf Untergewicht hin. Oberhalb von 25 spricht man von Überwicht bzw. ab 30 von starkem Übergewicht.