Dissoziativer Stupor

Merkmale

Bei Personen, die unter einem dissoziativen Stupor leiden, befindet sich der ganze Körper in einem starren Zustand, obwohl die Personen selbst wach sind. Bewegungen werden nur langsam oder gar nicht ausgeführt. Betroffene sitzen oder liegen lange Zeit bewegungslos, sprechen kaum oder gar nicht und feste oder flüssige Nahrung wird entweder gar nicht oder nur durch die Hilfe einer Pflegeperson aufgenommen.

Dissoziativer Stupor zeigt sich für Außenstehende dadurch, dass weder Bewegungen, noch Gefühle oder andere Reaktionen z.B. auf Licht, Geräusche oder Berührungen erkennbar sind, auch wenn der Betroffene bei Bewusstsein ist, Reize aus seiner Umwelt wahrnimmt und verarbeitet. Lediglich der Muskeltonus, die Haltung, die Atmung und ein gelegentliches Öffnen der Augen oder koordinierte Augenbewegungen lassen den Rückschluss zu, dass die Person mit einem dissoziativen Stupor noch bei Bewusstsein ist und nicht schläft. Untersuchungen oder Befragungen liefern keinen Hinweis für eine körperliche Ursache, sondern für eine psychische, ausgelöst durch eine vorausgegangene belastende Situation.

Dissoziativer Stupor – Verlauf

psycheplus liegen im Moment keine detaillierten und fundierten Beschreibungen zum charakteristischen Verlauf des dissoziativen Stupors vor.

Für gewöhnlich beginnen Konversionsstörungen plötzlich in der späten Kindheit und im jungen Erwachsenenalter. Die einzelnen Symptome können sich im Laufe der Zeit verstärken, dauern aber generell nicht lange an, d.h. sie gehen innerhalb von zwei Wochen meistens wieder zurück. Jedoch können die Symptome immer wieder kommen, bei 20-25% der Betroffenen bereits innerhalb eines Jahres. Falls die Symptome akut beginnen, eine Belastung vor dem Beginn klar ausgemacht werden kann und eine Behandlung der Symptomatik schnell erfolgt, stehen die Chancen gut, dass die Konversionsstörung erfolgreich therapiert werden kann.

Zahlen

Zum aktuellen Zeitpunkt liegen psychplus keine Prävalenzschätzungen des dissoziativen Stupor vor.

In der Regel kommen Konversionsstörungen jedoch eher in ländlichen Gegenden bzw. in Entwicklungsregionen und bei Menschen mit einem niedrigeren sozioökonomischen Status vor. Schätzungen zufolge liegt die Prävalenz für Konversionsstörungen in psychiatrischen Versorgungseinrichtungen bei ca. 3%. In der Allgemeinbevölkerung liegt der Wert wesentlich niedriger, bei ca. 0,0001%.

Frauen bilden 2 bis 10mal häufiger eine Konversionsstörung aus als Männer. Oft tritt eine Konversionsstörung bei Männern nach einem Arbeitsunfall oder dem Wehrdienst auf.

Subtypen

Bei dem Störungsbild des dissoziativen Stupors werden keine Subtypen unterschieden.

Therapie

Können mögliche körperliche Ursachen für die auftretenden Symptome definitiv ausgeschlossen werden, kann von einer Konversionsstörung ausgegangen werden. In der Therapie widmet man sich zunächst einmal den Befürchtungen des Patienten, an einer bedrohlichen körperlichen Erkrankung zu leiden oder „verrückt“ zu werden. Therapeuten beruhigen Betroffene, in dem sie Informationen liefern, dass das Störungsbild in der Regel ungefährlich ist.

Bei der eigentlichen Behandlung der Symptome der Konversionsstörung versuchen Therapeut und Patient gemeinsam die situativen Auslöser zu finden und zu beschreiben. Es können sich dabei unverarbeitete Traumatisierungen, Gewalterfahrungen oder sexueller Missbrauch in der Kindheit oder weitere Belastungen als Ursache herauskristallisieren. Diese werden therapeutisch so lange bearbeitet, bis verdrängte Scham- oder Schuldgefühle in ein konsistent bejahendes Selbstbild integriert sind.

Hilfe

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Wenn Sie typische Symptome des dissoziativen Stupors bei sich oder Ihnen nahestehenden Personen wiedererkennen, können Sie sich bei psycheplus Gewissheit verschaffen. Der psycheplus Premiumtest kann anonym und ohne Vorwissen durchgeführt werden und entspricht höchsten wissenschaftlichen Standards. Mit seiner Hilfe können Sie herausfinden, ob möglicherweise eine Tendenz oder ein Verdacht auf einen dissoziativen Stupor vorliegt und wie Sie mit den psycheplus Selbsthilfetipps aktiv dagegen steuern können.

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Weiterführende Links

aerzteblatt.de: Dissoziative Störungen: Häufig fehlgedeutet

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