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ADHS – Kinder leiden oft ihr ganzes Leben

Verbreitung

Etwa 5% der Schulkinder weisen eine Aufmerksamkeits- oder Hyperaktivitätsstörung auf. Jungen sind mit 80% wesentlich häufiger davon betroffen. Bei Eltern, die selbst an ADHS litten, ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ihre Kinder auch daran erkranken.

Was ist ADHS?

Die Abkürzung ADHS bezeichnet die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. In diesem Zusammenhang trifft man häufig auch auf die Bezeichnungen wie „Zappelphillip- Syndrom“ oder ADS. Diese unterschiedlichen Bezeichnungen resultieren aus den verschiedenen Ausprägungen der Kernsymptome. Symptome sind dabei: Aufmerksamkeitsschwäche, impulsives Verhalten und Hyperaktivität. Die Ausprägungen sind unterschiedlich, manchmal steht die Hyperaktivität im Vordergrund, bei anderen die Aufmerksamkeitsschwäche.

Kinder, die unter ADS leiden, sind übermäßig aktiv, impulsiv und unaufmerksam. Übermäßig bedeutet, dass es über den Normalbereich hinausgeht und sie sich deutlich vom Verhalten Gleichaltriger unterscheiden. Es kann zu ganz verschiedenartigen Ausprägungen kommen. Es gibt Kinder, die eine Aufmerksamkeitsschwäche haben, aber weniger impulsiv und hyperaktiv sind. Bei anderen ist es genau umgekehrt. Etwa die Hälfte der Kinder, die an ADHS leiden, weist zusätzlich eine Lern- oder Kommunikationsschwierigkeit auf, die sich vor allem in schlechten Schulleistungen und Konflikten mit Gleichaltrigen zeigt.

ADHS – eine typische Störung im Kindesalter?

Manche denken, dass ADS im Laufe der Jahre einfach verschwindet, da es ja eine typische Kinderkrankheit ist. Das stimmt nicht. ADS kann auch bei Erwachsenen auftreten und betroffene Kinder leiden oft ihr Leben lang an den Symptomen oder deren Auswirkungen.

Ein Team um William Barbaresi von der Harvard Medical School in Boston untersuchte insgesamt 5718 Kinder, die zwischen 1976 und 1982 geboren wurden. 232 ADHS-Kinder nahmen bis zum Schluss an der Studie teil, diese waren dann im Durchschnitt 27 Jahre alt. Die Studie konnte zeigen, dass fast ein Drittel der Kinder auch im Erwachsenenalter noch an ADHS littt. 57 % entwickelten mindestens eine andere psychische Störung, wie zum Beispiel Depressionen oder Substanzmissbrauch.

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Quellen:
Spiegel Online
Wittchen, H.U. & Hoyer, J. (2006): Klinische Psychologie und Psychotherapie