Burnout – Abgrenzung zu Depression und Erschöpfungssyndrom

Burnout Syndrom

Das Burnout Syndrom, ein Zustand von seelischem und körperlichen „ausgebrannt sein“,  gibt es als eigenes Krankheitsbild nicht, es wird zusätzlich zu anderen Störungsbildern diagnostiziert. Es gibt bisher noch keine einheitliche Definition des Burnout Syndroms, was zur Folge hat, dass es viele unterschiedliche Burnout Tests gibt. Fachleute diskutieren darüber, ob das Burnout Syndrom zu den Angststörungen zählt oder eher der Depression zuzuordnen ist. Die Unterscheidung der Störungsbilder ist schwierig – es gibt viele Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede.

Burnout und Depression

Es gibt viele verschiedene Symptome, die die Depression und das Burnout gemeinsam haben. So können bei beiden Störungsbildern ein Verlust der Motivation und Interessen sowie ein Leistungsabbau auftreten. Es wird darüber diskutiert, ob das Burnout eine leichte Form der Depression oder eine Depression eine schwere Form von Burnout ist und welches Störungsbild das andere bedingt.

Bei der Depression steht eine äußerst gedrückte Stimmung und verminderter Antrieb im Vordergrund, während beim Burnout eine psychische und körperliche Erschöpfung im Arbeitskontext im Mittelpunkt steht. Die Depression umfasst also keinen bestimmten Lebensbereich, während das Burnout sich auf den Arbeitskontext bezieht. Eine Depression kann aus einem Burnout resultieren, wenn sich die Symptome des Burnouts aus dem Arbeitskontext schleichend auf die weiteren Lebensbereiche ausweiten.

Verschiedene Studien konnten auch zeigen, dass Personen, die an einem Burnout leiden, auch gleichzeitig eine Depression aufweisen.

Burnout und chronisches Erschöpfungssyndrom

Betroffene des chronischen Erschöpfungssyndroms leiden aus nicht erklärlichen Gründen unter einer lang andauernden körperlichen und seelischen Erschöpfung, die zu einer erheblichen Leistungseinschränkung im Alltag führt. Sie benötigen eine lange Zeit, um sich nach einer Belastung erholen zu können und die Symptome werden durch jede weitere Anstrengung und Stress verschlechtert. Betroffene finden keine Erholung und Ruhe im Schlaf, sie leiden unter starken Glieder-, Gelenk und Kopfschmerzen, haben eine reduzierte Konzentrations- und Informationsverarbeitungsfähigkeit und leiden unter Schwindel, Benommenheit und einem allgemeinen Krankheitsgefühl.

Im Unterschied zum chronischen Erschöpfungssyndrom steht beim Burnout der Arbeitskontext im Vordergrund, während bei Betroffenen des chronischen Erschöpfungssyndroms keine Ursachen für die Erschöpfung auffindbar sind. Auch die körperlichen Leiden sind beim chronischen Erschöpfungssyndrom weit ausgeprägter, als beim Burnout.

Sie würden gerne wissen, ob Sie psychisch gesund sind? Machen Sie den umfassenden psycheplus Selbsttest, um es herauszufinden. Im Bereich Wissen finden Sie weitere spannende Informationen zu psychischen Krankheiten und anderen psychologischen Themen. Um sich mit anderen Betroffenen und Interessierten auszutauschen besuchen Sie unser Forum.

Quelle:
Schneglberger, J. (2010). Burnout-Prävention unter psychodynamischem Aspekt – Eine Untersuchung von Möglichkeiten der nachhaltigen betrieblichen Gesundheitsförderung. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.

Schreibe einen Kommentar